Vorurteile gegenüber Studenten
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Vorurteile gegenüber Studenten und dem Studium Teil 4

5. Studenten wissen nicht, was Arbeit bedeutet

Auf den ersten Blick erscheint es oft, als führten Studenten im Allgemeinen ein Lotterleben sondergleichen. Aber stimmt das und ist für Studenten Arbeit heute wirklich ein Fremdwort, sind Studenten arbeitsfremd?

Ich beschließe jetzt einfach mal, dass ich das beurteilen darf, denn ich habe vor meinem Studium 3 Jahre in meinem Ausbildungsberuf in Vollzeit bearbeitet. Ich weiß was Arbeit heißt.

Da ich selbst Lehramtsstudentin bin, kenne ich hauptsächlich Kommilitonen, die auch Lehramt studieren. Deshalb sind die Aussagen die ich hier mache, grundsätzlich über diese Gruppe von Studenten gemacht, nicht aber über die Gesamtheit der Studenten.

Wenn das, was ich sage auch auf andere Studiengänge zutrifft, schreibt es mir in die Kommentare, das interessiert mich!

Aber ich fange jetzt besser mal an zu schreiben, was ich meine.

Studenten sitzen ja nur in der Uni und hören den Dozenten zu, dass ist ja fast wie in der Schule oder? Also wenn sie denn dann in der Uni sind und nicht grade ausschlafen, sich belaufen oder bei Demonstrationen für schwachsinnige Aktionen mitmachen. – So stellen sich viele das Studium wahrscheinlich vor.

Klingt alles nicht nach besonders viel Arbeit und erst recht nicht anstrengend.

Und auch einige meiner Kommilitonen scheinen das zu bestätigen. Wenn ich Aussagen wie „Mehr als 2 Klausuren im Semester schaffe ich nicht, sonst bin ich total überfordert“ schon höre, frage ich mich was diese Leute an der Uni wollen.

Jaja, bevor mich jetzt jemand angreift, es kommt natürlich auf das Studienfach an. Jemand der Jura studiert, kann mit so einer Aussage völlig Recht haben und solche Studenten meine ich auch nicht. Aber das habe ich ja schon gesagt, ich rede hier von Lehramtsstudenten.

Der Satz von eben kam von einer meiner Kommilitoninnen, die ich aus Deutsch kenne. Ihr zweites Fach ist Religion und sie studiert für HRG (Haupt-, Real- und Gesamtschullehramt). Das sind vergleichsweise einfache Fächer.

Wenn sie 2 Klausuren pro Semester schreibt, braucht sie wahrscheinlich deutlich länger als Regelstudienzeit um das Studium abzuschließen.

Natürlich ist es nicht für jeden gleich schwer oder einfach eine bestimmte Leistung zu bringen und wenn jemand nicht so viel schafft wie andere, dann ist das total in Ordnung.

Aber man muss sich eben auch eingestehen können, wenn man für etwas nicht geeignet ist. Alleine schon damit man sich nicht weiter quälen muss. Die Kommilitonin kann mir nicht erzählen das ihr Studium Spaß manche, wenn sie so schnell überfordert ist. Ich will sagen, dass es keine Schande ist, es auf der Uni nicht zu schaffen. Das Studium ist nicht für jeden das Richtige und das ist absolut in Ordnung.

Aber vielleicht ist sie auch ein Einzelfall. Ich kenne nämlich auch viele Studenten, die sich richtig ins Zeug legen. Wie es der Zufall will, sind das häufig die, die naturwissenschaftliche Fächer (immer auf Lehramt natürlich, sonst kenne ich ja nur wenige) studieren.

Wie immer kann man nichts pauschalisieren und keine zwei Studenten sind gleich.

Was allerdings erwähnenswert ist, ist die Klausuren Phase. Ich kenne nur wenige Studenten, die in der Klausuren Phase (also dem Zeitraum am Ende des Semesters in dem die Klausuren geschrieben werden) nicht richtig lernen. Dabei gibt es natürlich wieder unterschiedliche Lern-Typen, aber trotzdem.

Grundsätzlich würde ich also sagen, es gilt: Jeder macht sich so viel Arbeit wie er für richtig hält. Dabei gibt es Leute, die mehr machen und andere machen eben weniger. Das wichtigste ist aber, das Studium erfolgreich abzuschließen. Alle Studenten sind verschieden und man kann sie nicht über einen Kamm scheren. Arbeitsfremd sind zumindest nicht alle von ihnen!

 

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