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Zur Vorlesung gehen oder nicht?

Gilt eigentlich noch die Anwesenheitspflicht an der Uni? Muss ich wirklich hier sein? Ich will ins Kino…

Diese Gedanken kommen fast jedem Studenten, der einmal in einer Veranstaltung sitzt, die ihn oder sie nicht so wahnsinnig interessiert. Aber muss man eigentlich anwesend sein? Was bringt es überhaupt, wenn man sich im schlimmsten Fall 90 Minuten lang jemandem zuhört, der nur eintönig vor sich hin redet, als würde er mit sich selber sprechen. Vor allem, wenn er dann noch nicht einmal richtig erklären, geschweige denn auf Fragen antworten kann.

Um das geht es heute:

  • Die Anwesenheitspflicht
  • Vorteile vom Besuchen der Veranstaltungen
  • Nachteile vom Besuchen der Veranstaltungen
  • Muss ich mitschreiben?

Die Anwesenheitspflicht:

Tja die Anwesenheitspflicht ist so eine Sache. Eigentlich ist die Anwesenheitspflicht, die es von den Studenten verlangt, während Vorlesungen und Seminaren anwesend zu sein, ca. 2015
abgeschafft worden. Damit ist nun theoretisch kein Student mehr verpflichtet, auch nur einen Fuß auf das Uni-Gelände oder sogar die Hörsäle zu setzen.
Theoretisch.
Bei den meisten Veranstaltungen ist das auch so. Bei Vorlesungen, bei denen teilweise mehrere hundert Studenten in einem Hörsaal den Ausführungen eines Dozenten zuhören, ist sowieso fraglich, ob der Dozent die Abwesenheit eines einzelnen bemerkt.
Bei einem Seminar, an dem nur ca. 40 Studenten teilnehmen, sieht das wieder anders aus. Die Dozenten kennen irgendwann die Gesichter, die sie regelmäßig sehen. Manche geben sich sogar die Mühe und lernen die Namen der Studenten.

Es kommt also immer darauf an, was für eine Veranstaltung man besucht. Da die Dozenten die Anwesenheit allerdings nur mit Ausnahmen kontrollieren dürfen, sollte es aber trotzdem eigentlich egal sein, ob man anwesend oder nicht. Es ist ja nicht mehr Pflicht, dort zu sein.

Bei einigen Veranstaltungen gibt es aber Ausnahmen. Studiert man beispielsweise eine Sprache, dann kann es in sogenannten Sprachpraxis-Veranstaltungen trotzdem eine Anwesenheitspflicht geben. Die Dozenten begründen dies dann damit, dass man die Sprache ja anwenden muss, um sie zu lernen.

Es gibt aber auch wieder Dozenten, die für sich selbst eine Liste führen. Aus welchem Grund auch immer. Meist bekommt man dafür als Erklärung, dass dann besser eingeschätzt werden könne, ob eher die anwesenden oder die nicht anwesenden die Leistungsüberprüfung bestehen.

Unterm Strich kann aber keine generelle Aussage darüber getroffen werden, ob ein Student nun in einer Veranstaltung sitzen muss, oder nicht. Es kommt auf das Studienfach und den Dozenten an und darauf, wie der Dozent die Regelungen interpretiert.

Vorteile vom Besuchend der Veranstaltungen:

  • Wenn man eine Veranstaltung an der Uni besucht bekommt man erst einmal Wissen vermittelt. Oder zumindest sollte es so sein…
  • Der Dozent erklärt die wichtigsten Informationen und erste Fragen zum Thema können geklärt werden.
  • In Seminaren mit weniger Studenten gibt es Gruppenarbeiten, in denen Inhalte zusammen er- und/oder bearbeitet werden.
  • Dozenten verweisen häufig auch auf Sekundärliteratur, oder machen andere Anmerkungen, die nicht im Skript oder den Folien der Präsentation stehen. Diese Infos können es oft erleichtern, etwas zu verstehen
  • Man kann sich auf den Stoff konzentrieren. Denn dafür ist man ja ursprünglich in die Veranstaltung gegangen. Ich kann Studenten ja nicht verstehen, die zu einer Veranstaltung ohne Anwesenheitspflicht gehen und dann in der Zeit etwas anderem am Laptop machen
  • Die Dozenten geben wichtige Informationen weiter. Wann müssen welche Leistungen wie erbracht werden. Welcher Teil des Stoffs ist dafür relevant und welcher nicht.

Nachteile vom Besuchen der Veranstaltungen:

  • gehst du wirklich zu jeder deiner Veranstaltungen, so kann es sein, dass du relativ viel unterwegs sein wirst. Das hängt natürlich auch davon ab, wie viele Veranstaltungen du belegt hast. Bei mir waren das in meinem heftigsten Semester 16. Also 16 mal 90 Minuten. Da kommt man dann schnell auf eine 40-Stunden-Woche, wie auf der Arbeit. Ich war in dem Semester übrigens in jeder Veranstaltung…
  • Eventuell musst du dir viele Infos anhören, die du schon kennst, oder die dir schlichtweg egal sind.
  • Außerdem bist du ja nicht alleine mit dem Dozenten in der Veranstaltung. Da sind auch andere Studenten. Die können dich ablenken oder nervige Frageexzesse in die Wege leiten und in Seminaren gibt es häufig Gruppenarbeiten… Wir lieben ja alle Gruppenarbeiten… nicht

Muss ich mitschreiben?

Du musst natürlich erstmal gar nichts. Du musst ja eigentlich nicht mal anwesend sein. Wenn du aber schon da bist, solltest du auch zuhören. Es soll ja Leute geben, die einmal Gehörtes nie wieder vergessen. Ich gehöre definitiv nicht dazu. Oder nur dann, wenn der Dozent besonders charismatisch ist und das sind nicht viele.

Normalerweise stellen die Dozenten die Folien der Präsentation als PDF Datei oder auch ein Skript zur Vorlesung zur Verfügung. Da kann man dann in Ruhe alles noch einmal nachlesen. Theoretisch bekommt man also alle wichtigen Infos. An meiner Uni weisen viele Dozenten am Anfang jeder Sitzung darauf hin, dass Mitschreiben nicht nötig ist.

Es kann sich aber dennoch lohnen, ein paar zusätzliche Beispiele aufzuschreiben und eigene Worte zu verwenden. Die versteht man im Nachhinein wahrscheinlich besser.

Fazit:

Es gibt in Deutschland keine Anwesenheitspflicht mehr. Es gibt aber immer wieder Situationen in denen man trotzdem gezwungen ist, in einer Veranstaltung in der Uni anwesend zu sein. Was man aus der Zeit, die er in der Uni verbringt macht, ist einem selbst überlassen.
Man kann natürlich immer so viel mitnehmen wie möglich! Das bedeutet natürlich nicht, dass man nicht mal einen Tag nicht hingehen kann…

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