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Von Büchern erschlagen: Muss ich das alles lesen?

Für den einen oder anderen Erstie fühlt es sich wahrscheinlich genau so an. Als würde man von Büchern und Texten und Zitaten erschlagen. Die schiere Flut von Informationen kam mir in meinen ersten Wochen an der Uni auch ziemlich überwältigend vor. Viele Dozenten haben mittlerweile wahrscheinlich mittgeteilt, welche Texte für ihre Veranstaltungen zu besorgen und natürlich auch zu lesen sind. Und das kann wirklich viel sein. Manche Dozenten an meiner Uni verteilen eigens erstellte Skripte mit mehr als 1000 Seiten, die es durchzuarbeiten und zu verinnerlichen gilt. Aber wie macht man das? Wie soll man es schaffen, zu den Veranstaltungen gehen, vorher die Texte lesen und nachher wohlmöglich das Gelernte auch noch nachzuarbeiten?

Ich kann verstehen, dass er ziemlich überwältigend wirkt. Je nachdem wie viele Kurse man in einem Semester belegt muss man ganz schön viel lesen. Lasst mich das an einem Beispiel verdeutlichen, auch wenn ihr wahrscheinlich schon wisst, was ich damit meine.

Hier mal ein paar Zahlen als Beispiel:

Wenn man zum Beispiel 8 Kurse in einem Semester belegt, dann verlangt jeder der verschiedenen Dozenten wahrscheinlich, dass man ein Buch oder Skript als Grundlage für den Kurs während dem Semester (meist vor den einzelnen Sitzungen) liest. Diese Grundlagenbücher oder -Skripte haben meist ca. 100 bis 300 Seiten. Es gibt aber auch längere… Das ist aber meist nicht alles. Es gibt nämlich noch Sekundärliteratur, die dazu kommen kann, wenn der Dozent das für sinnvoll hält. Aus den round about 200 Seiten können dann auch nochmal genau so viele dazu kommen. Und das ist nur ein Kurs. Rechnet man diese Menge dann mal die 8 Kurse, wird einem die tatsächliche Menge erst richtig bewusst.

Aber muss man das wirklich alles lesen?

Diese Frage ist nicht ganz so einfach zu beantworten. Aber allgemein kann ich dazu sagen: Es kommt darauf an. -Ja worauf denn? Es kommt darauf an, was für Stoff in der Lektüre vermittelt werden soll. Denn da gibt es die verschiedensten Arten:

  • Das Buch zur Vorlesung: Meist vom Dozenten selber verfasst und es handelt sich dabei oft um Verschriftlichungen von den Vorlesungen.
  • Skripte: Diese haben meist die Form von den tatsächlichen Folien aus den PowerPoint Präsentationen, die die Dozenten für ihre Sitzungen verwenden. Hier gibt es oft nur wenige zusätzliche Infos, manchmal enthalten Skripte aber auch Übungsaufgaben.
  • Scans von Texten: meistens handelt es sich hierbei um Sekundärliteratur, es kann aber auch sein, dass ein Dozent seine Veranstaltung auf verschiedene Texte von mehreren Autoren aufbaut und sich quasi seine Teile überall zusammen sucht.
  • Bücher im Semesterapparat in der Bibliothek: diese Bücher beinhalten meist weiterführende Literatur, die man bei Interesse, zum Beispiel für eine Hausarbeit, einsehen kann.

Was ist das überhaupt für eine Veranstaltung?

Es ist aber auch wichtig, in was für einer Veranstaltung man sich befindet und was für Leistungen man darin ablegen muss.
Befindet man sich zu Beginn seines Studiums in einer Einführungsveranstaltung, die die Grundlage für weitere Veranstaltungen bildet ist es sinnvoll, die Inhalte zu verstehen. Noch einmal: Der Rest des Studienganges baut auf dem Wissen aus diesen Veranstaltungen auf, man sollte sie wirklich verstanden haben. Dafür kann es sinnvoll sein, die Texte zu lesen.
Sitzt man in einem Seminar mit weniger Teilnehmern als in einer Vorlesung, dann kann es auch sinnvoll sein, die Literatur vor den einzelnen Sitzungen gelesen zu haben, um aktiv mitarbeiten zu können.

Es gibt Studenten (dazu zähle ich mich selbst) die sich am liebsten berieseln lassen und einfach nur zuhören wollen, anstatt zu Gruppenarbeiten oder Wortmeldungen gezwungen zu sein. Ich kann so besser lernen, wenn ich meine Ruhe habe während der Veranstaltung. Es gibt aber auch das Gegenteil. Studenten die Themen besser verstehen, wenn sie sie bearbeiten und darüber Reden. Dafür ist es dann praktisch zu wissen, um was es geht.

Wann sollte ich die Texte lesen, wenn ich sie schon lese?

Am besten ist es natürlich, die erforderlichen Texte vor der jeweiligen Sitzung gelesen zu haben. Damit jeder weiß, wann über welchen Text oder welche Textstelle gesprochen wird, verteilen die Dozenten am Anfang des Semesters Pläne, wo das genau drauf steht.

Man sollte also seinen Stundenplan im Auge behalten und wissen, oder zumindest aufschreiben, zu welchem Termin welcher Text gelesen werden soll.
Den Text vor der Veranstaltung gelesen zu haben hat deutliche Vorteile:

  • man kann mitreden
  • Eventuell kann man Fragen stellen, die einem beim Lesen gekommen sind
  • Die Erklärung des Dozenten ist nach dem Lesen eine Art Wiederholung, man hat die Inhalte schon einmal gehört. Das festigt sie noch einmal im Gedächtnis.
  • Wenn man regelmäßig die Texte liest, muss man am Ende des Semesters für die Prüfungen nicht alles auf einmal Lesen sondern kann gezielt Stellen nachschlagen, wenn es nötig ist.

Praxiserfahrung

Ich kann hier natürlich nur meine eigene Erfahrung teilen aber immerhin. Ich bin am Anfang jeden Semesters immer sehr enthusiastisch. Ich nehme mir fest vor dieses Semester (wirklich) die Texte zu lesen und das auch vor den einzelnen Veranstaltung.
In der Realität sieht das dann meistens so aus, dass ich das in der ersten Woche auch tue. Und dann nicht mehr.
Ich weiß, ich bin ein schlechtes Beispiel und ich will mich nicht verteidigen. Aber ich lerne eben einfach anders. Ich gehe zu jedem Termin von allen Veranstaltungen. Ohne Ausnahme. Außer ich bin wirklich krank. Ich schreibe immer detailliert mit und lerne mit meinen Mitschriften. Wenn dort etwas fehlt, schaue ich in der Literatur nach und für mich reicht das meistens aus.

Fazit:

Im Endeffekt muss aber, wie immer, jeder selber wissen, wie er es macht. Am besten ist es aber, erstmal verschiedene Ansätze auszuprobieren. Am Anfang und gerade in Einführungsveranstaltungen sollte man zunächst die Texte lesen, bis man sich ein Bild machen kann. Wenn man weiß wie man lernt und am effektivsten ist, kann man seine Methode anpassen.

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