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Andere Studenten Teil 3

So, diese Woche gibt es wieder einen Beitrag über andere Studenten, die man so an der Uni trifft. Heute geht es um jemand ganz besonderen. Wie immer eigentlich. Es geht um Cheng Li.

Cheng Li, 22, versteht die Vorlesung zwar nicht, besteht aber jede Prüfung mit 1,0

Ich habe ja schon in einem früheren Beitrag, als ich Lisa beschrieben habe, gesagt, dass es heute fast normal ist vor oder während seinem Studium eine gewisse Zeit im Ausland zu verbringen. Es sieht einfach besser aus auf dem Lebenslauf, macht den Eindruck das man schon etwas von der Welt gesehen hat und sich das auch leisten kann. Es ist fast schon zu einem Statussymbol geworden.

Ich spreche hier von Deutschland, dieses Phänomen scheint es aber auch in anderen Ländern zu geben. Es sind auch viele ausländische Studenten an deutschen Unis zu finden. Das gab es bestimmt schon immer, aber in den letzten Jahren kommt es einem so vor, als wäre es mehr geworden.

Nicht falsch verstehen, ich habe nichts gegen Menschen aus anderen Ländern.

An meiner Uni sind auch sehr viele Studenten aus anderen Ländern. Ganz besonders häufig sieht man Asiaten. Ich wundere mich dann immer ein bisschen darüber, was die hier wollen. Wenn ich genug Geld hätte um im Ausland zu studieren würde ich in ein cooles Land und an eine coole Uni gehen. Nach England oder in die USA oder so. Aber nach Deutschland, an eine winzige Uni die keiner kennt? Macht man das nicht, damit man den Namen der Uni auf den Lebenslauf schreiben kann? Was will man dann mit einer Uni die keinen besonderen Ruf hat?

Ein anderer Grund warum ich, wenn ich im Ausland studieren würde, nicht unbedingt nach Deutschland gehen würde, ist die Sprache. Wer zum Henker schafft es noch vor dem Studium eine so schwere Sprache gut genug zu beherrschen, dass man in dieser Sprache studieren kann? Nur die wenigsten Kurse sind auf Englisch, wenn man nicht gerade Englisch studiert. Aber da sind wir dann klischeehaft wieder bei den Asiaten…

Und wir sind auch bei dem Studenten, oder der Gruppe von Studenten, die ich heute beschreiben wollte. Cheng Li und seine Freunde. Denn man trifft ihn nicht alleine. Es sind immer ganze Gruppen von Asiaten unterwegs. Es ist ein bisschen wie wenn man asiatische Reisegruppen sieht, nur ohne die ganzen Kameras.
Untereinander Sprechen sie meistens kein Deutsch und ich kann die asiatischen Sprachen nicht voneinander unterscheiden. Ob Cheng Li tatsächlich Deutsch versteht, kann ich nicht sagen. Ich habe ihn nur seine Landessprache oder gebrochenes Englisch sprechen hören.

Als typischer asiatischer Student an meiner kleinen Uni trägt Cheng Li eine eher außergewöhnlich (Hipster-) Brille, einen großen Rucksack und auffällige Farben. Meistens stechen sie aus einer Gruppe von in verschiedenen Grautönen gekleideten deutschen Studenten so richtig heraus.

Was genau Cheng Li studiert, ist ein Mysterium. Er ist einfach überall. Auf jedem Campus, in den unwahrscheinlichsten Veranstaltungen. Während einem Seminar sitzt er immer ganz vorne, stellt aber nie Fragen und beteiligt sich auch sonst nicht viel am Geschehen.

Vor sich ausgebreitet hat er meist eine Auswahl an technischem Equipment, dass wir in diesem Land noch nicht zu kaufen bekommen. Man sieht alle möglichen futuristisch anmutenden Geräte. Und deren Sprache ist immer eine Asiatische.

Klischeehaft aber manchmal eben doch zutreffend besteht Cheng Li jeden Kurs den er besucht. Und hier ergibt sich auch das eigentliche Paradoxon. Wie zum Henker macht er das?
Ich bin mir nicht einmal sicher, ob er überhaupt Deutsch versteht, wie schreibt er denn dann Klausuren mit?
An meiner Uni ist die Uni-Sprache auf Deutsch UND Englisch festgelegt. Das bedeutet, dass man theoretisch jede Leistung in Englischer Sprache ablegen darf. Auch wenn die Veranstaltung auf Deutsch gehalten wurde. Tut Cheng Li etwa genau das?

Wir werden es vielleicht nie erfahren.

Fazit:

Ich finde es toll, dass wir in einem Zeitalter leben, in dem sich Menschen aus den verschiedensten Ländern un den verschiedensten Kulturen an Unis treffen mitten im Nirgendwo treffen können um sich auszutauschen und um gemeinsam zu lernen. Wir lernen dabei alle, wie man respektvoll miteinander umgeht und tolerant ist.

Ich habe großen Respekt vor jungen Menschen, die tausende Kilometer von ihrem Heimatland entfernt sind, um eine Uni zu besuchen.

 

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