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Regelstudienzeit machbar?

Wie der Titel dieses Beitrags schon verrät geht es heute darum, ob es allgemein machbar ist, das Studium innerhalb der Regelstudienzeit abzuschließen.

Viele von den Studenten, die ich während meinem Studium kennen gelernt habe, schaffen ihr Studium nicht innerhalb der Regelstudienzeit. Aber warum ist das so? Dabei ist es wichtig zu beachten, dass es hier nicht nur um die reine Zeit geht, die ein Student benötigt, um sein Studium abzuschließen. Braucht man länger als die vorgesehene Zeit, so hat dies Konsequenzen.

Im folgenden Beitrag beleuchte ich hauptsächlich das Lehramtsstudium. Bei anderen Studiengängen können die Angaben abweichen.

Dabei will ich auf folgende Punkte eingehen:

  • Regelstudienzeit vor der Reform
  • Regelstudienzeit nach der Reform
  • Konsequenzen vom Überschreiten der Regelstudienzeit
  • Erfahrungen aus der Realität

Regelstudienzeit vor der Reform:

Bevor das ganze System geändert und damit tausende Studenten und zukünftige Studenten verwirrt wurden, gab es das Staatsexamen statt dem Bachelor und dem Master.

Man studierte also bis zum ersten Staatsexamen, ging dann in den Vorbereitungsdienst (aka Referendariat) und legte danach das zweite Staatsexamen ab. Dieses System wurde 2011/2012 abgeschafft und die letzten Studierenden schließen dieses Studium gerade ab. An manchen Universitäten war es in den letzten Jahren aber noch möglich, sich für diesen Studiengang anzumelden.

Das Studium bis zum ersten Staatsexamen dauerte für die verschiedenen Lehrämter zwischen 8 und 10 Semester.

Sowohl das erste, als auch das zweite Staatsexamen mussten bestanden werden, um als Lehrer tätig werden zu können.

Regelstudienzeit nach der Reform:

Heutzutage ist das Bachelor/Master System aktuell. Und das nicht nur im Bereich der Lehramtsstudiengänge. Wo man früher nach dem erfolgreich abgeschlossenen Studium ein Diplom erhalten hat, oder, wie beim Lehramt, ein Staatsexamen, bekommt man heute einen Bachelor und/oder einen Master.

Das hat einige Änderungen mit sich gezogen. Das Lehramtsstudium wurde damit in zwei Teile aufgeteilt. In den Bachelor und den Master. Die Regelstudienzeit für den Bachelor beträgt 6 Semester und beim Master 4. Damit studieren alle angehenden Lehrer ca. 10 Semester, bevor sie in den Vorbereitungsdienst gehen, unabhängig von der Schulform.

Im Bachelor-Master System ist es für einige Schulformen, wie die Lehrämter für Gymnasium und Berufskolleg (ich rede hier von NRW) möglich, einen Bachelor Abschluss zu bekommen, der nicht in die Kategorie Bachelor of Education (also einen Bachelor für Bildung) zu bekommen. Abhängig von den gewählten Fächern ist es möglich, einen Bachelor of Arts (Geisteswissenschaften) oder einen Bachelor of Science (Naturwissenschaften) zu bekommen.

Mit diesen Anschlüssen kann man theoretisch in einem anderen Bereich als der schulischen Bildung arbeiten und ist nicht an diesen gebunden. Der Master, den man im Zuge eines Lehramtsstudiums erhält ist aber unabhängig von der gewählten Schulform immer ein Master of Education. Damit ist es dann meist nur möglich, Lehrer zu werden.

Konsequenzen vom Überschreiten der Regelstudienzeit:

Der Grund warum es in diesem Beitrag überhaupt um die Regelstudienzeit geht, ist, dass sie für viele Studenten wichtig zu sein scheint. Mich eingeschlossen.

Aber woran liegt das? Hat es Konsequenzen, wenn man sein Studium früher abschließt oder nicht innerhalb der Regelstudienzeit schafft?

Die Antwort auf diese Frage ist nicht leicht zu formulieren. Es kommt darauf an, wie man sie betrachtet. Es gibt keine besondere Auszeichnung für Studenten, die ihr Studium schneller als in der Regelstudienzeit abschließen. Für Studenten, die länger brauchen, gibt es auch keine Strafe.

Für Studierende, die ihr Studium mithilfe von Bafög finanzieren, spielt die Regelstudienzeit eine entscheidende Rolle. Bafög wird, einmal bewilligt, nur innerhalb der Regelstudienzeit gezahlt. Während dem Bachelor bekommt man 6 Semester lang Geld und während dem Master bekommt man 4 Semester lang Geld.

Danach: Nada. Nichts. Man muss dann selber schauen, wie man sich finanziert. Und nicht jeder Student hat Eltern, die alles bezahlen können, auch wenn einem das manchmal so vorkommt.

Berücksichtigt man, dass es im Allgemeinen länger dauert, sein Studium abzuschließen, wenn man währenddessen auch noch arbeiten muss, ergibt sich ein Teufelskreis. Man arbeitet, sodass das Studium länger als die Regelstudienzeit dauert und muss dann noch mehr arbeiten, weil das Bafög wegfällt, weil man länger gebraucht hat. Und so weiter.

Erfahrungen aus der Realität:

Für mich gilt das übrigens auch. Ich bekomme Bafög und ohne diese Förderung wäre ich nicht in der Lage mein Studium zu finanzieren. Wenn ich es nicht innerhalb der Regelstudienzeit schaffe, muss ich entweder aufhören und arbeiten gehen oder einen Kredit aufnehmen. Da für mich ein Kredit nicht in Frage kommt, muss ich es innerhalb der Zeit schaffen.

Von der Uni gibt es dabei eine Hilfe zur Planung des Studiums in Form des Modulhandbuchs. Dort drin kann man eine Empfehlung nachschlagen, in welchem Semester man welche Veranstaltung von welchem Modul man belegen sollte.

Es handelt sich dabei aber wirklich nur um Empfehlungen, auch wenn manche Studenten sich stoisch daran halten. Das Modulhandbuch plant aber nicht mit ein, dass man manchmal eine Klausur nicht im ersten Versuch besteht oder aus irgendwelchen anderen Gründen eine Veranstaltung in ein anderes Semester verschieben muss.

Das Modulhandbuch plant genau für 6 Semester im Bachelor und hat keinen Puffer, falls mal etwas schief geht. Deshalb rate ich jedem Studenten, ein paar Studenten früher zu absolvieren, als das Modulhandbuch vorschlägt, um sich einen Puffer anzulegen. Tut man das nicht, kann es schnell passieren, dass man im sechsten Semester viel zu tun hat, oder sogar ein Semester länger studieren muss weil ein Kurs zum Beispiel nur im Winter, aber nicht im Sommersemester angeboten wird.

Fazit:

Kommen wir zurück zu unserer ursprünglichen Frage: Ist es möglich das Studium in Regelstudienzeit zu schaffen?

Es ist abhängig von vielen Faktoren. Dem Studiengang, denn alle Bachelorstudiengänge haben eine Regelstudienzeit von 6 Semestern. Egal ob man Chemie studiert oder Lehramt oder Architektur.

Es hängt aber auch davon ab, wie man sein Studium plant. Ist man nicht vorsichtig und plant im Voraus, kann es passieren, dass man schnell länger studieren muss als man möchte.

In meinem Studiengang würde ich aber definitiv sagen, dass es locker möglich ist, die Regelstudienzeit zu schaffen, wenn man sich nicht total dämlich anstellt. Ich studiere keine naturwissenschaftlichen Fächer, wohl bemerkt, da ist das anders. Ich werde sie jedenfalls schaffen, wenn nicht noch eine große Katastrophe passiert.

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