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Andere Studenten Teil 5

Heute möchte ich euch eine andere Studentin vorstellen, die euch vielleicht bekannt vorkommt. Vielleicht wisst ihr schon, wen ich meine. In dem einen oder anderen Seminar, höchstwahrscheinlich in einem der Geisteswissenschaften, sitzt eine Frau, die älter aussieht. Älter als alle anderen  anwesenden Studenten. Die Birgit.

Birgit, 40, studiert immer noch

Und so erkennt ihr Birgit, abgesehen davon, dass sie älter ist als alle anderen:

  • Die ist nicht nur älter, sie sieht aus als wäre sie deutlich über 40. Auch wenn sie es nicht ist
  • Sie trägt nur selten Make-up
  • Trägt ihre Haare meist ungestylt oder in einem simplen Zopf
  • Meist übergewichtig

Birgit belästigt gerne

Birgit trifft man, wie gesagt, meistens in Veranstaltungen der Geisteswissenschaften. Sie kennt meist viele der anderen Studenten, denn sie ist ja auch schon lange dabei. Wenn man sie näher kennen gelernt oder sie gar beobachtet, erkennt man, dass sie nicht nur die anderen Studenten kennt. Sie kennt auch die Dozenten.

Ungelogen, ich habe Birgit schon einmal mit einem Dozenten sprechen sehen, mit dem sie noch zusammen studiert hat. Allgemein kann man beobachten, dass sich Birgit gut mit den Dozenten versteht. Sie ist schließlich älter als nicht wenige von ihnen.

An den Gesichtern von manchen Dozenten kann man allerdings ablesen, dass sie sich nicht immer über Birgit freuen.

Birgit neigt dazu, nach dem Seminar noch zu bleiben, um mit dem Dozenten zu reden. Aber wenn sie erst einmal damit anfängt, bleibt es nicht bei einer kurzen Frage. Sie holt richtig aus und erzählt erstmal von ihrem langen Leben voller Erfahrungen bevor sie die Frage stellt. Währenddessen kann man dem Dozenten dabei zusehen, wie er versucht, sie los zu werden.

Erst hört er kurz damit auf, seine Sachen einzupacken, weil er noch hofft, dass es nur um eine kurze Frage geht. Wenn er dann merkt, dass sich Birgit so richtig festquatschen möchte, dann beginnt er panisch und hektisch damit, seine Sachen schnell in seine Tasche zu werfen. Die Tasche wirft er sich dann über die Schulter und sprintet zur Tür. Trotz ihrer recht plumpen Figur ist Birgit überraschend schnell und rennt hinterher.

Ich habe schon gesehen, dass Birgit einen Dozenten bis in die Mensa verfolgt und ihn beim Essen bedrängt hat.

Aber nicht nur den Dozenten erzählt sie gerne Geschichten. Auch den anderen Studenten und dazu gehöre ich auch. Es klingt vielleicht hart, aber die Geschichten sind immer ähnlich. Es geht immer um die folgenden Dinge:

  • Haustiere: meist Hunde und zu viele
  • Das Auto, das schon wieder kaputt ist. 35 Jahre ist ja noch nicht zu alt, das fährt noch…
  • Den Mann, Lebensgefährten der sich über seine Arbeit, meist ist er Koch, beschwert

Es gibt nichts, dass Birgit nicht schon gesehen oder gemacht hat. Sie hat ja auch vorher schon einmal studiert. Woher sonst kennt sie die ganzen Dozenten. Warum sie nicht fertig studiert hat, habe ich nie gefragt. Wie Lisa war sie schon im Ausland, damals war das aber alles noch anders. Als Birgit in den 80er oder 90er Jahren im Ausland war, gab es ja noch kein Internet. Das ist ja sowieso eher eine neue Entwicklung und das wird sich bestimmt nicht durchsetzen. Mich wundert ja, dass ein Spruch wie „das Internet ist Neuland“ noch nicht aus ihrem Mund gekommen ist. Ich würde ihn ihr zutrauen.  Weil das Internet aber bald eh nicht mehr modern sein wird, hat sie ihre Unterlagen alle in Papierform. Digitale Dokumente könnten ja verloren gehen.

Birgit for President!

Birgit ist aber nicht nur nervig. Wie Thorsten, den wir letzte Woche kennen gelernt haben, ist sie meistens gut organisiert. Sie hatte schließlich auch genug Zeit um zu lernen, wie man sich organisiert und sie studiert ja auch schon seit 100 Jahren. Braucht man Unterlagen weil man eine Sitzung verpasst hat, dann fragt man am besten Birgit, wenn sie zufällig auch im Seminar sitzt.

Genau so ist sie echtes Gold wert, wenn man mit ihr zusammen eine Gruppenarbeit machen muss.  Ich wiederhole mich, aber niemand mag Gruppenarbeiten. Und niemand hat Lust zu arbeiten. Besonders keine verkaterten Studenten. Im Gegensatz dazu ist Birgit zwar oft gestresst, aber nie verkatert oder müde. Sie stürzt sich in die Arbeit und verteilt gerne die Aufgaben, wie eine Mama. Wir könnten ja auch alterstechnisch alle ihre Kinder sein auch wenn ich auch schon zu den „älteren“ Studenten gehöre. Sie ist beim Verteilen der Aufgaben aber nicht zu bestimmend, sie übernimmt einfach die Leitung, damit das niemand anderes machen muss.

Und dafür kann man ihr dankbar sein. Durch ihre Erfahrung und ihre Eigenschaft, verlässlich zu sein, sodass sie garantiert keine Folie zu Hause vergisst, gelingen Gruppenarbeiten mit Birgit immer!

Fazit:

Nicht nur wir müssen uns an Birgit gewöhnen, sie muss sich auch an uns gewöhnen. Wenn man sie erst einmal kennen gelernt hat, und alle ihre Geschichten kennt, ist es super, sie zu kennen!

Sie erzählt ihre Geschichten nie doppelt und man kann sich gut mit ihre Zusammensetzen um zu lernen oder eine Gruppenarbeit zu machen.

Ich bin froh, dass es Studenten wie Birgit gibt und ich hoffe, sie bleibt noch ein bisschen an meiner Uni!

Gibt es an deiner Uni vielleicht auch eine Birgit? Wie ist sie so? Schreib es in die Kommentare!

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