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Andere Studenten Teil 9

Justus Aurelius, 21, kommt mit dem Helikopter zur Uni weil der Porsche in der Werkstatt ist

Wir kennen ihn alle. Es gibt immer den einen Studenten, der alles hat. Seine Eltern haben offensichtlich Geld, sehr viel Geld. Ihrem Kind fehlt es an nichts und es hat immer das neuste Equipment dabei.

Aber woran genau erkennt man Justus Aurelius eigentlich genau:

  • Auf seinem Tisch ist immer eine große Auswahl von technischen Geräten ausgebreitet. Ähnlich wie bei Christoph dem Informatiker. Besonders gerne mag er offensichtlich die Marke mit dem angebissenen Obst. Ein Laptop steht da und zeigt einen Text an, mit Papier arbeiten ist für den Pöbel. Ein Tablet nebst Stift liegen da, damit man schnell eine Zeichnung machen kann. Ein ebook-Reader lugt aus dem Rucksack hervor, falls man sich einmal Müßiggang mit einem Buch betreiben will. Manchmal benutzt Justus Aurelius sogar mehrere Mobiltelefone. Eins nur für die Freundin, das andere für die Mutti und Vati un so weiter…
  • Er ist stets adrett gekleidet. Natürlich nur in Bio-Baumwolle, Seide und Kaschmir.
  • Vor der Uni und im absoluten Halteverbot hat Justus Aurelius seinen neuen Porsche geparkt. Weil der Fahrer heute krank und der Helikopter in der Werkstatt ist, ist er nur mit dem kleinen Wagen gekommen.
  • Wenn man erzählt, dass man mit dem Bus zur Uni und wieder nach Hause fährt, erntet man meist einen entsetzten und leicht angewiderten Blick.
  • Ähnlich wie Lisa erzählt auch Justus Aurelius gerne und viel von seinen zahlreichen Auslandsaufenthalten und geht einem damit auf die Nerven.
  • Noch lieber als von seine Auslandsaufenthalten erzählt er allerdings von Vati´s Jacht, mit der er eine Woche lange das Mittelmeer unsicher gemacht hat.
  • Am besten gefällt mir allerdings an Justus Aurelius, dass er ignorant gegenüber den Lebensumständen der meisten seiner Kommilitonen zu sein scheint. Dass es andere Menschen vielleicht (oder eher sehr wahrscheinlich) nicht so gut haben wie er, kommt ihm meist gar nicht erst in den Sinn. Wenn er dann mit dieser Tatsache konfrontiert wird, ist er schockiert und äußert lautstark, wie schwer es doch sein muss, kein Geld zu haben. Ja Justus, es ist schwer. Dankeschön.

Meistens kann man Justus Aurelius in Studiengängen wie BWL, Medizin oder Jura finden. Aber manchmal trifft man ihn auch in Veranstaltungen für Kunstgeschichte, Lehramt oder Medienirgendwas. Kommt halt immer darauf an, ob Justus Aurelius Erbe von Beruf ist oder irgendwann wohl oder über tatsächlich selber mal arbeiten muss.
Falls wirklich der traurige Fall eintritt, dass Justus Aurelius selber ran muss, gibt er sich nicht mit einem Hungerlohn zufrieden. Was würden denn auch die Nachbarn sagen…

Ich persönlich kenne einige Studenten, die einige der Charakteristika von Justus Aurelius besitzen. Natürlich ist ein kompletter Justus Aurelius eher selten.

Woher kommt der eigentlich?

Ich kannte Justus Aurelius von Jodel. Für diejenigen, die das nicht kennen: Jodel ist eine App, die eine anonyme Plattform bietet, auf der man theoretisch alles schreiben kann, was man will. Dort posten viele auch witzigen Content, zum Beispiel Witze darüber, dass der Helikopter von Justus mal wieder kaputt ist oder ähnliches. An meiner Uni werden darüber hinaus auch mysteriöse Geschichten wie die vom angeblichen „Bib-Wichser“ verbreitet. Ob man denen Glauben schenken darf ist so en Sache aber unterhaltsam sind sie allemal.

Dann allerdings habe ich die eben schon erwähnten Studenten kennen gelernt, die so manche Eigenschaft mit Justus Aurelius teilen. Die eine fährt auch die kürzeste Distanz mit dem von den Eltern finanzierten Auto, Gucci-Boy trägt seinem Namen nach nur Kleidung der entsprechenden Marke, die Nächsten studieren einen nicht-brotverdienenden Studiengang weil sie eh erben und nie arbeiten werden und wieder andere bezahlen lieber jeden Tag ein Taxi zur Uni und zurück als mit den Öffis zu fahren.
Es gibt sie alle. Jeder ist schließlich anders und an einer Uni kommen viele, sagen wir mal interessante Persönlichkeiten auf einem Haufen zusammen.

Abschließendes Fazit über die anderen Studenten:

Weil das hier nun wirklich erstmal der letzte Beitrag zu den anderen Studenten ist, denen man an einer Uni so begegnen kann, will ich noch einmal zusammenfassen.

Ob man sich ständig Geschichten aus Australien, dem langen Leben oder die Jacht von Vati anhören muss, interessant oder wenigstens amüsant ist es eigentlich immer. Das ist uns allen wahrscheinlich so auch lieber, als ganz alleine oder nur mit langweiligen Kommilitonen/innen zusammen zu studieren. Schließlich trifft man an Unis die unterschiedlichsten Menschen und teilweise auch Freunde fürs Leben. Ich will damit nur sagen, dass man niemanden vorschnell verurteilen sollte, nur weil er etwas bestimmtes tut oder ist, oder auch nicht.

Natürlich sind die Studenten, die ich hier beschrieben habe, ganz normale Menschen und ich mag sie alle furchtbar gerne. Wenn sie nicht wären, wäre mein Uni-Alltag nur halb so interessant. Ich freue mich jetzt schon darauf, sie morgen wieder auf den Gängen oder in der Cafeteria zu treffen.

 

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