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Nebenjob im Studium

Wie finanziert ihr eigentlich euer Studium? Unterstützen euch eure Eltern, bekommt ihr vielleicht Bafög oder geht ihr nebenher Arbeiten, um die Rechnungen bezahlen zu können?
Viele Studenten haben eine Nebenjob, um über die Runden zukommen. Und darum soll es heute gehen.

Wenn man sich für den Beginn eines Studiums entscheidet, muss man sich an einem bestimmten Punkt auch über die Finanzierung des Studiums Gedanken machen. Geld wächst schließlich nicht auf Bäumen. Ein Nebenjob bietet daher eine gute Möglichkeit, etwas dazu zu verdienen, während man studiert.
Wenn man sich an der Uni einschreibt, wird man gefragt ob man Vollzeit oder Teilzeit Student sein will. Ein Vollzeitstudium bedeutet, dass man das Studium priorisiert und man nicht neben einer Vollzeitstelle studieren will.

Wenn man sich aber erst einmal dazu entscheiden hat, einen Nebenjob zu ergreifen, gibt es da verschiedene Aspekte, die zu beachten sind. Und darüber möchte ich heute reden:

  • Teilzeit oder Aushilfe?
  • Zeitmanagement
  • Einen Job finden

Teilzeit oder Aushilfe?

Wenn man einen Nebenjob sucht, sollte man sich vorher überlegen, wie viele Stunden man in der Woche arbeiten kann. Wenn man alles durchgerechnet hat und einem am Ende nur 2 Stunden übrig bleiben, in denen man arbeiten könnte, dann reicht das nicht. Beziehungsweise muss man erstmal eine Stelle finden, die dazu passt. Dazu kommt dann, dass man dann auch nicht viel verdient und der Aufwand sich für das Geld vielleicht nicht lohnt.
Meistens suchen Studenten daher einen Job als Aushilfe oder als Arbeitskraft in Teilzeit.

Aushilfe

Als Aushilfe zu arbeiten bedeutet, dass man auf 450 Euro Basis arbeitet. Bis zu einem Verdienst von 450 Euro im Monat muss man nämlich keine Steuern zahlen, deshalb lohnt sich das doppelt. Das bedeutet nämlich das das Nettoeinkommen dem Bruttoeinkommen entspricht. Die beiden sind identisch. Für die Studenten, die Bafög bekommen ist es wichtig darauf zu achten, dass sie nicht mehr als 450 Euro verdienen. Neben dem Erhalt von Bafög darf man nämlich nur maximal 450 Euro verdienen. Alles was darüber hinaus geht, wird einem vom Bafög abgezogen und dann verschenkt man Geld.

Um als Aushilfe zu arbeiten, braucht man meistens keine besonderen Vorkenntnisse oder gar eine Ausbildung. Deshalb ist der Stundenlohn meist auch nicht besonders hoch. Er überschreitet den Mindestlohn von 9,19 Euro (seit Januar 2019) nicht signifikant.
Die Arbeitszeiten von Aushilfen werden meistens als flexibel beschrieben und liegen ca. Bei 10-12 Stunden in der Woche.

Teilzeit

Arbeitet man allerdings als Teilzeitkraft, kann das schon ganz anders aussehen.
Hier werden auch ausgelernte Kräfte eingestellt, die vielleicht aufgrund der familiären Situation keine Vollzeitstelle besetzen können, aber dennoch Geld verdienen wollen. Die Konkurrenz besteht daher nicht nur aus Studenten und anderen ohne Qualifikationen, sondern auch aus Menschen, die sowohl eine Ausbildung und vielleicht sogar Arbeitserfahrung auf dem Gebiet haben.

Zunächst einmal muss man dabei bedenken, dass man Steuern zahlen muss. Das führt dazu, dass man zusätzlich jedes Jahr eine Steuererklärung machen muss. Das man Steuern bezahlt, hat aber auch den Nachteil, dass man mehr arbeiten muss. Hier entspricht das Nettoeinkommen nämlich nicht den Bruttoeinkommen, weil von Bruttoeinkommen ja noch die Steuern abgezogen werden.

Um also Beispielsweise 650 Euro zu verdienen reicht es nicht, wenn man die Stunden bis zu den 650 Euro abarbeitet. Man muss auch noch den Betrag erarbeiten, der dann für die Steuern abgezogen wird.

Die Arbeitszeit einer Teilzeitangestellten kann die 10-12 Stunden pro Woche leicht überschreiten. Man muss für eine Teilzeitstelle also logischerweise mehr Zeit einplanen und kann daher weniger für sein Studium machen. Und das bringt mich auch schon zu meinem nächsten Thema.

Zeitmanagement

Wie ich bereits erwähnt habe, sollte man sich bei der Ergreifung eines Nebenjobs darauf einstellen, das man weniger Zeit hat, Dinge für die Uni zu erledigen, als vorher. Viele denken jetzt wahrscheinlich, dass das ja logisch ist aber man unterschätzt es leicht.

Ich habe zum Beispiel neben meinem Studium einen 450 Euro Job. Die meisten Veranstaltungen, die ich während meinem Bachelor belegen muss, habe ich hinter mir, sodass ich dieses und nächstes Semester nur wenige belegen muss. Ich habe also verhältnismäßig viel Freizeit.

Trotzdem bin ich am Ende der Woche immer sehr froh, dass Wochenende ist. Ich finde den Nebenjob und das Studium viel anstrengender, als einfach nur die doppelte Anzahl an Kursen zu belegen und das habe ich schon gemacht.

Man muss aber auch schauen, dass man dann arbeiten kann, wann der Arbeitgeber das auch will. Das heißt man sollte am besten seinen Stundenplan aus der Uni abgeben. Dann weiß der Arbeitgeber genau, wann er einen einplanen kann und wann nicht.

Theoretisch ist das eine wunderbare Idee, mein Arbeitgeber (ein Modegeschäft einer bekannten Deutschen Marke) ist zu blöd dafür. Dort wird ohnehin nicht besonders fürsorglich mit den Mitarbeitern umgegangen. Wenn man dann nicht zu einer Schicht kommen kann hat man Pech gehabt und muss für Ersatz sorgen. Bezahlt wird man natürlich nicht und die Stunden sind futsch.

Einen Job finden

Hört sich wahrscheinlich einfach an oder? Man schreibt eine Bewerbung und bekommt den Job. Oder nicht? Naja, bis ich einen Nebenjob gefunden habe, sind 1 1/2 Jahre vergangen, in denen ich mich regelmäßig auf alles beworben habe, was es gab.

In meiner Stadt gibt es eine unpassende Verteilung zwischen Studenten und potentiellen Jobs. Da die Stadt nicht besonders groß ist, sind die guten Stellen direkt weg. Die Arbeitgeber können wirklich ausfiltern und nur den wirklich besten Bewerber einstellen, und nicht den einzigen, der sich beworben hat.

Dann kommt noch dazu, dass die Arbeitgeber meistens jemanden für bestimmte Uhrzeiten suchen. Beispielsweise für donnerstags morgens und samstags abends. Hat man donnerstags morgens immer ein wichtiges Seminar, ist man direkt raus.
Ich weiß nicht wie viele meiner Bewerbungsgespräche ich nach dem Zeigen meines Stundenplans abbrechen musste, einfach weil die Zeiten nicht mit der Uni gepasst haben. Sehr schade, aber dann muss man leider weiter suchen.

Auch nicht ganz unwichtig ist die Bereitschaft, samstags zu arbeiten. Viele Studenten, gerade die in den niedrigeren Semestern, aber auch viele ältere, fahren regelmäßig am Wochenende zu ihren Familien. Die meisten Stellen, die angeboten werden, sind nunmal im Einzelhandel und der ist samstags geöffnet.

Als ich meinen Arbeitsvertrag unterschrieben habe, habe ich gesagt, dass ich samstags eigentlich nicht kann. Dafür gab es private Gründe. Mir wurde versichert, dass ich samstags nur im Notfall eingeplant wurde. Ich habe seitdem ganze 4 Samstage des letzten Jahres nicht gearbeitet. Ich werde nur im Notfall eingeplant.
Ist klar.
Als ich das angesprochen habe, teilte man mir mit, dass ich da wohl was falsch verstanden habe.
Logisch. Jetzt liegt´s an mir…

Fazit:

Sich einen Nebenjob zum Studium zuzulegen hat nicht nur Vorteile. Wenn man sich erst einmal durch die ganzen Bewerbungsgespräche gekämpft hat und wirklich angestellt wird, ist da noch die eigentliche Arbeit. Vielleicht wird man sogar mit den Stunden veräppelt oder ausgenutzt. Man hat weniger Zeit, die man für die Uni nutzen kann und sollte sich genau überlegen, ob es das wirklich wert ist.

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