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Der Erstie

Im heutigen Beitrag geht es um etwas, oder besser jemanden, den wir alle kennen. Wir waren selber mal jung und hatten quasi noch die Eierschale auf dem Kopf, als wir das erste Mal den Campus der Uni betreten haben. 
Wir waren alle mal Ersties. Aber was heißt das eigentlich? Oft wird in öffentlichen Diskussionen ein bisschen über die Unwissenheit von Erstes gemeckert, dabei dürfen wir nicht vergessen, dass für uns auch alles einmal neu gewesen ist.

Heute geht es also im Einzelnen darum:

  • Wer oder was ist ein Erstie?
  • Der typische Erstie auf dem Campus
  • Top 8 Tips für Ersties um gut in den Uni-Alltag zu starten

Wer oder was ist ein Erstie?

Als Erstie werden im Deutschen die Studenten im ersten Semester an der Uni bezeichnet. Also sind das die Leute, die ihr Studium gerade erst begonnen haben. Viele davon kommen gerade erst frisch von der Schule und ihr Abitur schaut ihnen noch aus der Hosentasche heraus. Wenn die Studenten in den höheren Fachsemestern sich an ihre Anfänge zurück erinnern, dann werden sie merken:

Wir waren auch so. Ein bisschen überfordert, ein bisschen hilflos und vielleicht auch ein bisschen verkatert. Es war immerhin ESE und da darf man die Kneipentour schließlich nicht verpassen. Wie bereits erwähnt meckern viele der älteren Studenten oft über die Ersties aber das meinen wir ja eigentlich nicht böse. Es ist nur manchmal ein wenig ermüdend, wenn man gefühlt das 30ste Mal die gleiche Frage in den sozialen Medien liest, die mit einer Sekunde suchen auf Google geklärt wäre.

An meiner Uni gibt es ein paar ältere Studenten, die zu Beginn des Semesters gerne ein bestimmtes Spiel spielen. Es heißt Erstie-Bingo. Dabei geht es darum, möglichst viele der neuen Studentinnen flach zu legen. Das ist nicht nett und man macht es nicht. Das ändert aber nichts daran, dass die Leute das machen.

Etwas anderes, dass ältere Studenten unheimlich gerne machen, ist Ersties zu veräppeln. Dabei werden besonders gerne falsche Antworten auf die Fragen von Ersties gegeben, hauptsächlich in den sozialen Medien. An unserer Uni schicken die Leute die Ersties mit Vorliebe zum bekanntesten Puff in Town. Egal bei welcher Frage. Vor ein paar Jahren hat einer von den Ersties tatsächlich geglaubt, dass die Kneipentour würde dort anfangen. Auch das ist zwar lustig, aber nicht besonders nett.

Der typische Erstie auf dem Campus:

Durch ihr Verhalten und ihr Aussehen, kann es passieren, dass sich Ersties manchmal als solche outen. Und an diesen Merkmalen kann man meistens einen Studenten, der sich in seinem ersten Semester befindet, erkennen:

der Klassiker.

Er oder sie trägt seinen beziehungsweise ihren Abipulli. An der Schule mag das vielleicht noch akzeptabel oder cool gewesen sein aber an der Uni ist das ein bisschen anders. Hier haben alle (oder wirklich die allermeisten) ein Abitur geschafft, auch wenn man es manchmal gar nicht glauben mag… Man braucht aber nicht stolz darauf sein, denn ein Abitur zu haben bedeutet heute leider nicht mehr das Gleiche wie noch vor 30 Jahren. Der Erstie kommt mit einem kompletten Ranzen voller sinnvoller Dinge. Verschiedenen Blöcken, Timer, voll ausgestattetes Etui mit vielen Stiften etc. Wahrscheinlich hat er oder sie sogar tatsächlich schon ein paar Recherchen angestellt über das Seminar und den Dozenten so weiter… Und das ist etwas Gutes! Viele Studenten in höheren Semestern haben nicht mal einen Rucksack dabei geschweige denn Stift und Papier zum Mitschreiben.

Übereifer.

Ihr denkt die gute Vorbereitung auf die ersten Veranstaltungen sei übereifrig? Falsch. Ersties kann man grundsätzlich in zwei Kategorien einteilen. Die „die Schule ist aus, ich mache jetzt gar nichts mehr“ Studenten und die „ich will so schnell wie möglich einen Nobelpreis gewinnen“ Studenten. Zu der zweiten Sorte gehören die, die schon nach der ersten Sitzung eines Seminars mit dem völlig verblüfften Dozenten über die bevorstehenden Leistungen sprechen wollen, damit sie ja früh genug wissen, was sie zu tun haben.

Dämliche Fragen.

Eigentlich heißt es ja, dass es keine dummen Fragen gibt, sondern nur dumme Antworten. Das ist auch richtig, aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Manche Fragen, die die Ersties stellen sind so doof, manchmal kann man gar nicht glauben, dass er oder sie das jetzt wirklich gefragt hat. Wenn man sich vor dem Studium auch nur ein bisschen informiert hat, sind die allermeisten davon geklärt. Ich frage mich ja oft, was die Leute eigentlich den ganzen Tag an ihren Smartphones machen. Die sind doch schon dauernd im Internet, ist es da so schwer mal zu googeln, wie ein Studium funktioniert der die Internetseite der Uni zu öffnen? In manchen Fällen scheinbar schon…

Orientierungslosigkeit.

Sehr oft sieht man Ersties sich auf dem Campus verlaufen. Verständlich. Es ist alles neu und man kennt sich noch nicht aus. Wenn sie in kürzester Zeit in verschiedene Richtungen laufen und immer wieder den Lageplan zu rate ziehen, ist es wahrscheinlich das es sich bei den Personen um Ersties handelt. Ein Tipp: Geht zur ESE, dort gibt es eine Campus-Führung, sodass man schon mal grob weiß, wo sich was befindet.

Kichern.

Dieser Punkt trifft häufig nur auf weibliche Ersties zu. Alles ist interessant und vielleicht auch ein bisschen überwältigend. Der eigene Horizont hat sich schließlich um einiges erweitert. Je nach Fakultät vielleicht auch im ein paar männliche Homo sapiens, die einen Blick wert sind. Vielleicht stellen sie sich aber auch das Studium vor wie es in vielen amerikanischen Filmen dargestellt wird. Es muss enttäuschend sein, wenn man feststellt, dass das nicht stimmt. Also zumindest an meiner Uni ist es nicht wie im Film, außer man macht es sich so…

Top 8 Tips für Ersties um gut in den Uni-Alltag zu starten:

  1. Ganz ruhig. Nicht aufregen, gut zuhören und erstmal abwarten ob sich Fragen nicht vielleicht von alleine oder durch eine kurze Recherche klären lassen. Es wird alles gut und es ist nicht schlimm, wenn du in den ersten Wochen nicht so den Durchblick hast.
  2. Zieh deinen Abipulli nur noch zu Hause / in deiner Freizeit an.
  3. Glaub nicht alles, was man dir erzählt. Oft wollen ältere Studenten die Ersties ein bisschen veräppeln. Mit uns hat man das damals auch gemacht…
  4. Verbring auch mal ein Wochenende in Stadt deiner Uni. Wenn du gerne Leute kennen lernen willst, solltest du nicht jedes Wochenende zu deinen Eltern fahren, sonst klappt das nicht.
  5. Wenn du den Weg nicht findest, frag jemanden. Wir beißen nicht und helfen gerne weiter.
  6. Bereite dich vor. Egal bei was, nicht nur im Studium, es kommt nie gut an, wenn man unvorbereitet ist. Das solltest du dir von Anfang an angewöhnen. Wenn du was machst, dann mach es richtig.
  7. Oft bieten Unis auch andere Aktivitäten für die Freizeit an wie Sport oder so. Wenn du da mitmachst, lernst du auch Leute kennen.
  8. Erzähl nicht jedem von deinem Jahr in Australien, Lisa. Niemand will es hören. (kleiner Spaß)

Fazit:

Wir haben es im ersten Semester alle nicht leicht gehabt. Es gibt aber definitiv Ersties, die sich dümmer anstellen, als sie müssten. Wenn wir uns aber alle einfach ein bisschen gegenseitig unterstützen und Verständnis für einander haben, oder es zumindest versuchen, dann kann es ein gutes Zusammen-Studieren werden!

 

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