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Es nervt! Schlechte Busverbindungen

Wahrscheinlich gehören Studenten eher zu der Gruppe, die sich über schlechte Verbindungen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln beschweren. Häufig haben Studenten wenig Geld und können aufgrund ihres Status als Angehörige der Universität die Öffis kostenlos verwenden. Leider sind die Verbindungen aber nicht immer so gut, wie sie sein sollten.

 

Und darum geht es heute:

  • Positiv
  • Negativ
  • Was sollte verbessert werden?

Positiv

Böse Zungen könnten jetzt anmerken, dass nichts gut ist an öffentlichen Verkehrsmitteln und den Verbindungen. Aber das ist nicht ganz richtig. Was würden wir ohne sie tun? Könnt ihr euch einen Alltag ohne Bus, Zug S-Bahn und so weiter vorstellen?

Winterwunderland

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, wir sind mit besser dran als ohne. Letzten Winter habe ich eine wichtige Erfahrung gemacht. In der Stadt in der ich lebe und studiere hat es heftig geschneit, so sehr, dass  nicht mehr alle Buslinien befahren werden konnten. Ungünstig war das deshalb, weil die Uni in dieser Stadt auf einem Berg außerhalb der eigentlichen Stadt liegt. Nur so nebenbei: Der Mensch, der die Idee hatte, eine Universität, also einen Ort zu dem jeden Tag viele Menschen reisen, auf einen Berg außerhalb der Stadt zu platzieren, gehört eingesperrt und der Schlüssel verloren. Es hatte jedenfalls so sehr geschneit, dass die Busse den Berg nicht mehr hinauf fahren konnten. Normale Studenten denken in so einer Situation wahrscheinlich etwas wie

„Oh wie schade, dann muss ich wohl zu Hause bleiben und den ganzen Tag Serien schauen…“

Warum auch immer, ich gehörte nicht zu diesen Leuten. Ich habe versucht, trotzdem zur Uni zu kommen, weil ich generell immer hingehe und kein Fan davon bin, Veranstaltungen zu schwänzen. Der Bus unten in der Stadt fuhr noch, weil dort nicht so viel von dem Schnee angekommen war, also bin ich damit so nah wie möglich zum Uni-Berg gefahren und bin dann den Rest des Wegs gelaufen. Den Berg hoch, bei -13°C. Ich kann es jetzt auch nicht mehr nachvollziehen… Es war anstrengend und kalt und es hat sich nicht mal gelohnt, weil sonst keiner im Seminar anwesend war.

Sportlich

Aber ich habe gelernt, wie wichtig Öffis sind und wie sehr sie unser Leben verbessern und einfacher machen. Wenn ich mir vorstelle, dass Studenten in der Vergangenheit jeden Tag den verdammten Berg zur Universität hoch laufen mussten, dann bin ich doch sehr dankbar, dass ich heute lebe und nicht damals. Ich wette dass sich alleine deshalb so mancher junger Mensch gegen ein Studium, oder zumindest gegen ein Studium an meiner Uni, entschieden hat.

Aber ernsthaft, die Distanzen, die wir mittels der Öffis binnen Minuten überwinden können, waren früher mit einem viel größeren Aufwand verbunden. Heute rege ich mich darüber auf, dass der Bus bis zu meinem Nebenjob 30 Minuten braucht. 30 Minuten, in denen ich absolut nichts machen muss außer sitzen, wohl bemerkt. Für die / Kilometer würde ich zu Fuß mindestens doppelt so lang brauchen, wahrscheinlich länger. Allein die Zeitersparnis, die wir wegen den Verbindungen haben, ist enorm.

 

Negativ

Schlecht ist es natürlich immer, wenn die Busse, Züge, S-Bahnen etc. nicht so fahren, wie sie sollen. Oder ausfallen, überfüllt und nicht klimatisiert sind. Leider kommt sowas natürlich häufiger vor, als das es gut geht.

Wie der Zufall es so will, hat die Verkehrsgesellschaft die für die Busverbindungen in meiner Stadt verantwortlich ist, im Moment ein größeres Problem. Witzig ist das deshalb, weil ich diesen Beitrag Anfang Januar geplant habe und gedacht habe „ja das ist interessant, darüber kannst du schreiben“. Und jetzt, zwei Monate später, haben so viele Busfahrer in meiner Stadt die Grippe, dass viele Fahrten ausfallen müssen, weil niemand da ist, der den Bus fahren kann.

Abgesehen von dem Zufall, dass ich so einen Beitrag plane und dann, wenn er veröffentlich wird, wieder so etwas Dummes passiert, ist es unglaublich, dass die Verkehrsgesellschaft so wenig Fahrer zu haben scheint, dass die den Krankenstand nicht ausgleichen können.  Hier ist es schließlich nicht so, dass überall alle 2 Minuten ein Bus fährt. Im Gegenteil.

Schlecht finde ich aber auch die allgemeine Planung, wenn nicht gerade alles den Bach runter geht. Zum Beispiel sollte es allgemein bekannt sein, dass zu bestimmten Zeiten mehr Leute unterwegs sind, als zu anderen. Morgens oder am Feuerabend zum Beispiel. Es grenzt fast an ein Wunder, dass es die Planung der Verkehrsgesellschaft jedes Mal schafft, inmitten des krassesten Berufsverkehrs den kleinsten verfügbaren Bus schickt, den sie zu haben scheinen. Normalerweise stehen viele große Busse und sogar ein paar Busse mit Anhänger (hatte ich so vorher noch nie gesehen) zur Verfügung. Die fahren aber oft zu Zeiten, an denen nichts los ist, auf den Strecken, die nur wenige benutzen.

Wie im Konzert

Wenn aber viel los ist, kommen meistens die ältesten, kleinsten dreckigsten Busse, die da sind. Dann quetschen sich 300 Leute und 12 Kinderwagen da rein und ich muss eigentlich gar nicht erwähnen, dass die Klimaanlage, die vielleicht im Zeitalter von Fred Feuerstein mal funktioniert hat, das jetzt natürlich nicht mehr tut. Es ist ein bisschen wie auf einem Konzert, nur ohne die Musik. Ohrendbetäubend ist es trotzdem, wegen den ganzen Leuten, die sich unterhalten oder telefonieren.

Es ist heiß, natürlich passiert sowas nur im Sommer und auch nur bei einer Außentemperatur von mindestens 34°C. Der Schweiß kann auch in einem Bus von der Decke tropfen. Wie nach einem Konzert fühle ich mich nach dem Aussteigen irgendwie dreckig. Der Schweiß von 300 Fremden klebt an mir, weil er ja vorher auf mich herunter getropft ist. Ich will gar nicht darüber nachdenken, von welchen verschiedenen Körperteilen der Schweiß ursprünglich verdunstet ist. Am liebsten würde ich duschen gehen aber ich muss zur Arbeit.

Fahrplanänderung

Schlecht ist aber immer auch, wenn die Verkehrsgesellschaft beschließt, die Fahrpläne zu ändern. Natürlich denkt man jetzt daran, dass man ein paar Mal zur falschen Zeit zur Haltestelle geht, weil man noch die alten Abfahrtszeiten im Kopf hat. Das meine ich nicht, dass ist mir noch nie passiert. Und ich muss zugeben, dass eine Fahrplanänderung bis jetzt auch erst einmal vorgekommen ist, seitdem ich hier wohne. Wenn diese Änderung eine Verbesserung darstellt, bin ich auch absolut dafür. Was aber letztes Jahr im August passiert ist, ist einfach inakzeptabel.

Es wurde angekündigt, dass es einen neuen Fahrplan in der gesamten Stadt geben sollte, der so gut wie alle Buslinien betreffen sollte. Der Plan wurde geändert, um ihn mehr an den Fahrplan der deutschen Bahn anzupassen, damit man Anschlüsse besser erreichen kann. Soweit so gut. Im Endeffekt hat sich eigentlich nicht viel verändert. Die Linie, mit der ich immer fahre fuhr früher alle 15 Minuten und das tut sie auch jetzt noch, nur eben 5 Minuten später als vorher. Nicht schlimm eigentlich. Während ich mich schnell an den neuen Plan gewöhnt habe, ging das bei anderen nicht so schnell. Bei den Busfahrern zum Beispiel.

Ich kann nicht beschreiben wie fassungslos ich darüber bin, dass selbst die Fahrer nicht wissen, wann sie wo sein müssen. Wie kann man denn so schlecht organisiert sein? Gab es kein Meeting oder so wo das den Busfahrern erklärt wurde?

Das Resultat der allgemeinen Verwirrung bei den Busfahrern war allerdings, dass die Busse meistens so um die 30 Minuten Verspätung hatten oder gar nicht kamen. Das ging aber nicht nur die ersten Tage so. Das Chaos hat sich seit August 2018 immer noch nicht ganz wieder gelegt. Ich bin mehrmals zu spät zur Arbeit gekommen weil der Bus nicht kam.

 

Was sollte verbessert werden?

Entschuldigung aber die Frage sollte eher lauten, was sollte nicht verbessert werden? Von der Planung der Fahrten, von den Busfahrern von denen die Hälfte kein Deutsch versteht, über den Zustand der Busse gibt es eigentlich nichts, das nicht verbessert werden sollte.

Der Witz an der ganzen Angelegenheit ist eigentlich, dass die Verwendung immer noch Geld kostet. Als Studentin fahre ich zwar immer noch eigentlich kostenlos mit den Öffis. Andererseits ist in meinem Semesterbeitrag (der auch immer teurer wird) der Preis für das Ticket für die Öffis drin. Ich kann das aber auch nicht abbestellen, wenn ich es zum Beispiel nicht brauche. Das bedeutet, dass ich eigentlich doch dafür bezahle.

Also bitte, wenn das hier jemand liest, der in der Lage ist, etwas zu ändern, hier ist meine Liste:

  • Neue Busse. Hier fahren Busse herum, die mehr als 1.000.000 km auf der Uhr haben. Ist das überhaupt legal?
  • Kann man vielleicht mehr Busspuren installieren, damit man nicht an jeder Ampel warten muss?
  • Können die bitte mal alle repariert werden? Ich will mich nicht jedes Mal übergeben müssen, wenn der Schweiß des nächsten ungeduschten Obdachlosen auf mich tropft.
  • Haben die Busfahrer alle Angst oder warum fahren die Busse ab der ersten Schneeflocke keine Berge mehr an?
  • Ich muss das zwar nicht wirklich bezahlen, kenne aber Leute, die Tickets kaufen. WTF die Preise sind astronomisch, für die schlechten Bedinungen.

 

Fazit:

Ich weiß nicht, ob es woanders ähnlich ist, ich kann mir aber auch nicht vorstellen, warum die Situation mit den Öffis anderswo besser sein soll. Für die Menschen, die jeden Tag darauf angewiesen sind, dass der Bus oder die Bahn pünktlich kommt, ist es wirklich schwierig und ärgerlich.

Auch ich fahre mittlerweile viel früher zur Arbeit als ich eigentlich müsste, nur weil man sich nicht mehr darauf verlassen kann, das der Bus auch wirklich kommt. Und dann muss ich auf der Arbeit warten bis meine Schicht anfängt, weil ich zu früh da war. Mit der Zeit weiß ich viel Besseres anzustellen.

Aber trotzdem sollten wir nicht vergessen, dass wir es gar nicht so schlecht haben, wenn man bedenkt, dass Generationen vor uns noch jeden Tag zur Uni hoch laufen mussten. Oder wenigstens versuche ich mir das einzureden…

 

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