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Hätte ich das mal vorher gewusst…

Es gibt wahrscheinlich jede Menge Situationen, in denen man denken könnte, dass man etwas anders machen würde, wenn man bestimmte Informationen früher gehabt hätte. Es gibt aber wahrscheinlich genauso viele Situationen, in denen man einfach wirklich nicht wissen kann, was einen erwartet, bevor man in der Situation ist.

Das Studium ist da keine Ausnahme. Ich habe schon oft gedacht, dass es Dinge gibt, die ich, wenn ich sie nochmal zum ersten Mal tun könnte, anders machen würde. Manchmal ärgere ich mich sogar.
Heute soll es also um Dinge gehen, die ich gerne gewusst hätte, bevor ich angefangen habe zu studieren. Leider kannte ich niemanden, der mir davon erzählen konnte und im Internet habe ich damals nichts dazu gefunden. Gewissermaßen hat mir persönlich das Studium daher total viel beigebracht und dafür bin ich sehr dankbar.

Ich halte es für wichtig, dass wir einfach mal dankbar sein können. Etwas vorher nicht gewusst zu haben, kann auch positiv sein. Damit meine ich, dass man sich nicht unbedingt über verpasste Chancen und falsche Entscheidungen ärgert.

Hier ist sie also, meine Liste mit Dingen, die ich gerne vor dem Studium gewusst hätte:

  • Man kommt mit wenig Geld super klar
  • Ich bin niemandem etwas schuldig, außer mir selbst
  • Ich bin meines eigenen Glückes Schmied
  • Es geht immer besser
  • Man kann so viel planen wie man will, am Ende kommt es trotzdem anders

Man kommt mit wenig Geld super klar:

In manchen meiner Beiträge habe ich ja bereits davon erzählt, ich habe vor dem Studium in meinem Ausbildungsberuf gearbeitet und relativ gut verdient. Mein Leben noch einmal neu zu gestalten und ein Studium zu beginnen hatte für mich die Konsequenz, dass mich rein finanziell eine neue Situation erwartete. Vor dem Studium war es egal, was ich für Dinge ausgegeben habe, jetzt lebe ich größten Teils von Bafög und meinem Nebenjob und der Unterschied ist frappant. Ich muss jetzt nicht unbedingt jeden Cent zweimal umdrehen aber man kauft definitiv ganz anders.

Ich habe gelernt, nur etwas zu kaufen, wenn ich es wirklich brauche. Impulskäufe sind seit dem Beginn des Studiums einfach seltener geworden. Wenn ich mir dann doch einmal eine größere Anschaffung leiste, weiß ich das aber auch viel mehr zu schätzen. Natürlich habe ich vor dem Studium auch für mein Geld gearbeitet aber es war mir weniger bewusst, wie viel Dinge wert sind.

Heute kann ich sagen, dass das Geld was ich während dem Studium bekomme, nicht viel ist, aber ich bin zufrieden. Rein materiell habe ich alles, was ich brauche. Wahren Luxus kann es nur geben, wenn man ihn zu schätzen weiß. Einfach Dinge kaufen kann jeder.

Ein kleines bisschen ärgert es mich aber doch, dass ich früher Geld für Unnötiges ausgegeben habe, dieses Geld hätte ich sehr einfach sparen und für sinnvolle Dinge verwenden können. Hätte ich früher gewusst, a) was ich wirklich brauche und b) wie man spart, wäre ich vielleicht jetzt in einer ganz anderen Situation.

Ich bin niemandem etwas schuldig, außer mir selbst:

Das ist eins der wichtigen Dinge, die ich im Studium gelernt habe. In der Uni gibt es niemanden, der hinter einem her läuft und aufpasst, dass man alles erledigt, was man erledigen muss. Man ist selber dafür verantwortlich, was man tut und wenn man etwas nicht tut, sollten einem die Konsequenzen bewusst sein.
Das ist etwas, das man fürs Leben lernt. Verantwortung für etwas übernehmen zu können und sich seiner Handlungen bewusst zu werden.
Ganz konkret habe ich das bei der Planung meiner Semester und der Leistungen bemerkt. Man bekommt ein Modulhandbuch an die Hand, dass einem Auskunft darüber gibt, welche Leistungen man ungefähr in welchem Semester machen sollte. Natürlich kann man sich daran halten, man kann das ganze aber auch sehr individuell vornehmen.
Da ich mir von Anfang an fest vorgenommen habe, mein Studium innerhalb der Regelstudienzeit zu beenden, habe ich direkt Leistungen vorgezogen. Da mir aber die Abläufe von Prüfungen und Klausuren an der Uni nicht geläufig waren, habe ich im ersten Semester nicht so viele Seminare und Vorlesungen besucht, wie ich gekonnt hätte, auch wenn es so schon mehr waren, als vorgegeben.

Stünde ich heute noch einmal vor dem ersten Semester, würde ich noch mehr belegen. Man kann ja von Prüfungen auch wieder abmelden ohne dafür Konsequenzen zu bekommen. So kann man beispielsweise ein Seminar belegen und besuchen, muss dann aber nicht die Leistung erbringen, wenn man nicht will. So kann man erstmal viel belegen und am Ende entscheiden, welche Leistungen man ablegen möchte.

Wie lange ich für mein Studium brauche, habe ich daher selber in der Hand. Niemanden interessiert meine Situation und niemanden schert es, wenn ich länger brauche. Ich muss nur selber damit klar kommen.

Ich bin meines eigenen Glückes Schmied:

Dieser Punkt ist eigentlich nur eine Erweiterung des Vorangegangenen. Ich bin selber für meinen Erfolg verantwortlich. Wenn ich etwas nicht tue, dann wird es niemand anders für mich tun. Das ist im Studium genau wie im Leben allgemein. Wenn ich etwas will, dann muss ich dafür arbeiten, man bekommt nichts geschenkt.

Wenn man dann aber etwas erreicht, kann man stolz auf sich sein. Ich kann jetzt auf einiges zurückschauen, auf das ich stolz bin. Dinge, von denen ich nicht gedacht hätte, dass ich sie schaffen würde. Aber ich habe es geschafft. Ich finde, dass ich vor dem Studium schon zielstrebig war, aber jetzt bin ich es um so mehr.
Hätte ich vor dem Studium schon meine Illusionen verloren gehabt und gewusst, dass ich etwas selbst in die Hand nehmen muss, wenn ich es will, dann hätte ich früher angefangen, zu studieren. Denn wenigstens für mich ist das der erste Schritt in die Richtung, in die ich gehen will.

Es geht immer besser:

Etwas zu schaffen bedeutet aber nicht, dass man etwas nicht mehr weiter verbessern kann. In der Uni ist die Note 4,0 zwar bestanden, bis zu 1,0 ist aber noch Luft. Und genau das ist es, was ich meine. Es geht einfach immer besser. Du warst heute gut in einem Test? Dann sei morgen besser? Wo kämen wir denn hin, ohne den ständigen Drang danach, unser Leben und die Welt um uns herum zu optimieren?

Gäbe es niemanden, der Dinge verbessert, würden wir wohl immer noch in Höhlen leben und uns am Lagerfeuer wärmen. Wir müssen also aus unserer Höhle rauskommen, und uns weiter verbessern. Es ist keine leichte Aufgabe, man braucht dafür Ausdauer und Hingabe und genau das kann man wunderbar in einem Studium lernen. Da geht es nämlich nicht „nur“ um das Erlangen eines höheren Bildungsabschlusses zwecks Qualifizierung für besser bezahlte Jobs. Es geht auch darum, etwas durchzuhalten, sich zu verbessern und nicht aufzugeben. Das sind alles Dinge, die leicht zu sagen aber viel schwerer umzusetzen sind.

Hätte ich vor dem Studium gewusst, hätte ich davor sicher nicht aufgehört, an mir selbst zu arbeiten. Niemand ist perfekt, aber jeder kann sich verbessern. Egal bei was.

Man kann so viel planen wie man will, am Ende kommt es trotzdem anders:

Früher war ich eigentlich nie ein Mensch, der alles geplant hat, bevor er es getan hat. Ich bin recht spontan und passe mich der Situation so gut es geht an. Ich kann schnell umschalten und reagieren und damit bin ich bis jetzt immer gut klargekommen.
Das Studium wollte ich damals allerdings anders angehen. Ich habe alles minutiös geplant. Die größte Aufgabe war dabei der Umzug in eine andere Stadt und die damit verbundene Wohnungssuche. Ich kann dazu nur sagen, dass ich nicht gerne umziehe.

Im Endeffekt hat es dabei natürlich geholfen, einigermaßen gut organisiert zu sein. Auf der anderen Seite, kann man aber zum Beispiel noch nicht einmal planen, in welchen Stadtteil man zieht, weil es nicht sicher ist, dass man dort auch eine Wohnung bekommt. Und so war es bei mir auch. Ich hatte mir ein Dort in der Nähe der Uni ausgesucht, weil die Lage ziemlich gut ist. Als ich dann aktiv nach einer Wohnung gesucht habe, gab es in dem Dorf keine. Die ganze Planung war für den Papierkorb.

Wenn ich jetzt noch einmal umziehen müsste, würde ich zwar nicht viel anders machen als beim letzten Mal, denn alles in allem ist es gut verlaufen. Statt mich auf bestimmte Dinge festzulegen, die nicht in meinen Händen liegen, würde ich aber unterlassen. Es verursacht nur mehr Stress, wenn man seine Pläne kurzfristig ändern muss. Mehr noch sogar, als hätte man gar keinen Plan gehabt.

Fazit:

Man kann nicht alles wissen. Besonders nicht, wenn man etwas zum ersten Mal tut oder sich in einer fremden Situation befindet. Wenn man es dann aber besser weiß, sollte man sich aber nicht darüber ärgern. Man kann sich immer verbessern und man kann aus allem lernen. Wir sollten alle versuchen nicht das zu bedauern, was wir vielleicht nicht oder nicht richtig gemacht haben, wir sollten uns lieber auf das konzentrieren, was noch vor uns liegt und unser Bestes geben.

 

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